Wein und Gesundheit
In vielen Fällen braucht der Mensch
den Wein. Er stärkt den schwachen
Magen, erfrischt die ermatteten Kräfte,
heilt die Wunden an Leib und Seele,
verscheucht Trübsal und Traurigkeit,
verjagt die Müdigkeit der Seele, bringt
Freude und entfacht unter Freunden
die Lust am Gespräch.
Augustinus
In Maßen genossen...
Ob Äskulap, Hippokrates, Hildegard von Bingen oder Goethe- vom Altertum über das Mittelalter bis in die Neuzeit finden sich „prominente“ Vertreter der These, dass der in Maßen genossene Wein die Lebenskraft stärkt. Dieses Wissen um die Wirkung von Wein haben die Kulturen des Altertums über zufällige Entdeckungen, vor allem aber gezielte Beobachtung über längere Zeiträume erhalten. Erst in den letzten 20 Jahren hat die ernährungsmedizinische Forschung sich daran gemacht, die positiven Folgen von mäßigem Alkoholgenuss auf die Gesundheit konsequent zu untersuchen und dabei Wein als potentielles gesundheitsförderndes Mittel wieder entdeckt.Wein und Diät
Die meisten Diäten zur Gewichtsreduzierung verbieten den Alkoholkonsum, und damit auch den Genuss von Wein. Allerdings weisen neue Erkenntnisse darauf hin, dass ein Glas Wein zum Abendessen die Gewichtsabnahme begünstigen kann. [Ulmer Weinstudie von Dr. Ditschuneit] Ähnlich Ergebnisse erzielte auch die "Copenhagen City Heart Study". Diese beschäftigte sich über 10 Jahre mit dem Thema Alkoholkonsum und Übergewicht. Übergewicht begünstigt diverse Krankheitsrisiken. Vor allem der Fettansatz am Oberkörper (Bauch) gilt als besonders gefährlich. Alkohol gilt aufgrund seiner hohen Energiewerte als "Dickmacher", jedoch darf man nicht vergessen, dass neben dem Alkohol auch andere Bestandteile im Getränk eine Rolle spielen. Das Ergebnis der Studie belegt, dass mit steigendem Alkoholkonsum der Bauchumfang zunimmt. Allerdings gilt dies nicht für den Weinkonsum. Dabei hat man festgestellt, dass mit steigendem Weinkonsum sowohl der Bauchumfang, als auch der Körperfettanteil abgenommen hat. [Vadstrup, Petersen, Sorensen, Groenbaek, 2003]Wein und Abwehrkräfte
Wein unterstützt die Abwehr von Krankheiten, denn Wein setzt die Lebensfähigkeit von Krankheitserregern herab, kann Bakterien und Viren abtöten und steigert die körpereigenen Immunkräfte des Menschen. [Prof. Dr. Klaus Jung, Mainz]Wein und Sodbrennen
Sodbrennen kann bei übermäßiger, aber auch bei zu geringer Produktion von Salzsäure entstehen. Meist wird es jedoch von Speisen ausgelöst, die die Schleimhaut reizen (Kaffee, Süßigkeiten, süße Weine). Der Säuregehalt des Weines harmoniert jedoch mit dem des Magensaftes. Ältere Menschen haben oft eine geringere Säureproduktion und sollten daher eher zu säurereichen Weinen greifen, da diese verdauen helfen und Sodbrennen vermeiden. Menschen mit hoher Magensäure sollten eher zu säurearmen Weinen tendieren. Eine sehr wirksame Maßnahme gegen Sodbrennen ist außerdem reichlich Wasser zu trinken um damit die Schleimhautreizung zu mildern. [Prof. Dr. Horst Kreiskott]Wein und Lunge
Eine schlechte Lungenfunktion erhöht das Risiko früher zu sterben. Vor allem in Verbindung mit Rauchen, wenig Bewegung und Alkoholkonsum steigt das Risiko an. Eine amerikanische Studie [State University of New York, Buffalo, 2002] jedoch hat sich mit dieser Thematik beschäftigt und herausgefunden, dass Weintrinker (besonders Weißweintrinker) eine deutlich bessere Lungenfunktionskapazität aufweisen als Abstinenzler, Bier- oder Spirituosenkonsumenten. Dies könnte sich dadurch begründen, dass im Wein natürliche Antioxidantien enthalten sind, die den Körper vor aggressiven Sauerstoffangriffen schützen.Wein und Diabetes
Lange Zeit wurde im Bezug auf Diabetes ein gänzlicher Verzicht auf Alkohol geraten. Dies ist aber inzwischen nicht mehr haltbar. Eine amerikanische Langzeit-Studie hat festgestellt, dass bei moderatem Alkoholkonsum das Diabetesrisiko um 46 % sinkt [Ajani, 2000]! Eine ähnliche Studie des Cooper Institutes in Dallas [Wie, 2000] hat ebenfalls ergeben, dass bei moderatem Alkoholkonsum eine Diabeteserkrankung deutlich seltener auftritt. Auch Diabetiker dürfen Wein trinken. Es gibt für Diabetiker geeignete trockene Weine mit einem maximalen Restzuckergehalt von 4 g/l. Neuerdings sind auch Weine zugelassen mit einem Restzuckergehalt von bis zu 20 g/l, jedoch muss hierbei der Fructosegehalt mind. 85 % betragen. Sie sind Diabetiker? Sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne die für Sie geeigneten Weine zu finden!Wein und Osteoporose
Vor allem Frauen nach der Menopause sind geplagt von Osteoporose: krankhafte, vorzeitige Entmineralisierung der Knochen, im Volksmund „Knochenschwund“, was zur verringerten Stabilität der Knochen und als Folge zu schmerzhaften Knochenbrüchen führt. Amerikanische Forschungen ergaben, dass regelmäßiger, moderater Weinkonsum einen positiven Effekt auf die Knochendichte und damit ein geringeres Osteoporose-Risiko hat. [Rapuri, Gallagher, Balhorn, Ryschon, 2000]Wein und Demenz
Eine Studie der Erasmus-Universität [Niederlande, Rotterdam, 2002] bestätigt eine frühere Langzeitstudie aus Bordeaux [Orgogozo, 1997], die festgestellt hatte, dass bei einem Konsum von 2-3 Gläsern Wein am Tag das Demenz- bzw. Alzheimer-Risiko um 70-80 % im Vergleich zu Abstinenz zurückgeht. Die Ursachen für diese Zusammenhänge zwischen Alkoholgenuss und Hirngesundheit sind bislang nicht geklärt.Wein und Herzinfarkt
Es ist schon seit langem durch unzählige wissenschaftliche Studien belegt: moderater Weinkonsum führt zu einem deutlich reduzierten Herzinfarktrisiko -bis zu 60% [Mainzer Weinstudie, Prof. Dr. Klaus Jung, 1997]. Die Wirkung beruht zum Einen auf der Senkung des schlechten LDL-Cholesterins bei gleichzeitiger Erhöhung des guten HDL-Cholesterins, was eine geringere Gefäßverkalkung zur Folge hat. Des Weiteren bewirken der Alkohol und die im Wein enthaltenen Polyphenole verbesserte Fließ- und Gerinnungseigenschaften des Blutes, wodurch die Thrombosegefahr sinkt. Der Fibrinogen-Gehalt im Blut wird durch Wein gesenkt, wodurch die Blutgerinnung herabgesetzt und somit die Bildung von Bluttropfen, die zu Herzinfarkten führen können, vermindert wird. Eine Studie der Harvard-Universität in Boston [Muntwyler, Hennekens, Buring, Gaziano, 1998] beschäftigte sich mit dem Einfluss von Alkoholkonsum auf die Gefahr eines Re-Infarkts mit dem Ergebnis, "dass täglicher, moderater Alkoholkonsum für Herzinfarktpatienten mit einem gewissen Vorteil verbunden sei."Wein und Krebs
Alkohol fördert Krebs. Dies kann man wohl so stehen lassen. Jedoch ist Alkohol nicht gleich Alkohol und wie bei allem kommt es hier auf die Dosis an. Zwar ist es bewiesen, dass jahrelanger, erhöhter Alkoholkonsum - vor allem im Zusammenhang mit Tabak- das Krebsrisiko signifikant steigert, allerdings ist dies bei moderatem Alkoholkonsum nicht nachweisbar. Im Gegenteil: Bei geringem bis moderatem Weinkonsum wird das Risiko an Krebs zu erkranken sogar verringert. Studien aus den USA [Multizenterstudie, National Cancer Institute, 1997], Frankreich [Nancy-Studie, Professor Renaud, 1999] und Dänemark [Gronbaek, 1998, 2000] haben sich mit der Form des Alkohols und dem Bezug auf die Krebserkrankungen beschäftigt. Dabei haben die Ergebnisse gezeigt, dass es einen Unterschied macht, ob man Wein, Spirituosen oder Bier konsumiert. Bei moderatem Weinkonsum konnte durchweg ein deutlich geringeres Krebsrisiko festgestellt werden. Erst bei höheren Mengen [30-75 g Alkohol pro Tag, je nach Krebsart] konnte ein höheres Risiko festgestellt werden.Wein und Sterblichkeit
Die Kopenhagener-Herz-Studie [1995] hat sich mit der Wirkung verschiedener alkoholischer Getränke und der Gesamtsterblichkeit, sowie der Sterblichkeit an koronaren Herzkrankheiten und Krebs beschäftigt. Das Ergebnis: Weintrinker leben länger als Abstinenzler! Vor allem die Sterblichkeit an Herzinfarkt (um 36 %) und an Krebs (um 22%) war stark vermindert. Eine australische Studie [Dubbo Study, Simons, 2000] hat ebenfalls nachgewiesen, dass die Lebenserwartung bei moderatem Alkoholkonsum (20-40 g/Tag) höher ist als bei Abstinenzlern, bzw. hohem Alkoholkonsum.Wein und Ernährung
Als Vorbild für einen gesunden Lebensstil gilt heute die "Mittelmeerküche". Diese mediterrane Ernährung zeichnet sich durch einen hohen Verzehr von Vollkornprodukten, Obst und Gemüse aus. Ebenfalls wird viel Fett zu sich genommen, wobei dieses hauptsächlich aus Olivenöl, (gute, heimische alternative: Rapsöl), Nüssen und Fisch stammt. Hierbei ist zu beachten, dass große Mengen an ungesättigten Fettsäuren, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin E und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten sind. Zucker, Eier, Fleisch und Weißmehlprodukte werden weitgehend reduziert. Ein ganz wichtiger Bestandteil dieses Lebensstils ist jedoch auch, das Glas Wein zum Essen. Dadurch werden die Bestandteile der Mahlzeit besser resorbiert und die Verdauung angeregt.Rotwein oder Weißwein?
Lange Zeit war man der Meinung, dass nur Rotwein eine gesundheitsfördernde Wirkung hat. Dies ist mittlerweile aber widerlegt: Rotwein und Weißwein haben die gleiche Wirkung, ebenso Rosé und Sekt. [Gronbaek Studie, Klatsky, USA; Prof. Dr. K. Jung, Mainz]Wie viel Wein ist gesund?
Wie viel Wein ist denn nun gesund?? Was ist regelmäßiger, moderater Weingenuss?? Hier gibt es natürlich keine genauen Angaben. Dies hängt von vielen Faktoren (Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand, Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft, etc.) ab, allerdings kann man auf Grund einer Vielzahl von Studien sagen, dass für einen gesunden Erwachsenen folgende Empfehlung gilt:- Frauen: 20 - 30 g Alkohol pro Tag =
2 - 3 Gläser (0,1l) Wein pro Tag - Männer: 30 - 40 g Alkohol pro Tag =
3 - 4 Gläser (0,1l) Wein pro Tag
